C L A R A - GEMEINSAM KLARER SEHEN

Wer ist Clara?

Ich trennte mich 2005 von meinem damaligen Partner, weil er im Streit sehr beleidigend war und regelmäßig handgreiflich wurde. Nach der Trennung schränkte mich sein verletzendes Verhalten jedoch weiterhin jahrelang ein. Weil ich für die gemeinsamen Kinder um finanzielle Unterstützung bat, wurde er erneut bedrohlich. Ich wollte jedoch endlich frei von Beleidigung, Bedrohung und Gewalt leben und beantragte vor Gericht das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder. 2010 zog ich mit ihnen von Berlin in eine kleine Gemeinde in Baden Württemberg, um möglichst großen Abstand von ihm zu bekommen. Im Landkreis Karlsruhe sind wir vorerst zur Ruhe gekommen. Doch auch hier war ich vor häuslicher/sexueller Gewalt leider nicht sicher. Zum Glück war jedoch ein erneuter Umzug nicht notwendig, um Abstand vom nächsten Partner zu bekommen. Er wohnte nicht in unmittelbarer Nähe. Ich wurde aber nach den erneuten Gewalterfahrungen nicht mehr wirklich glücklich sondern war ständig unzufrieden, schnell gereizt, misstrauisch anderen Menschen gegenüber und lehnte jegliche emotionale Nähe ab. Zudem schränkte mich mein Selbsthass sehr ein. Ich lernte in meiner beruflichen Tätigkeit eine engagierte Sozialarbeiterin kennen, die mir empfahl, eine Traumatherapie zu absolvieren. Zuerst zögerte ich, weil ich befürchtete, meinen Arbeitsplatz zu riskieren, doch meine negativen Erfahrungen ließen mich nicht los und ich erkannte die Notwendigkeit einer therapeutischen Unterstützung.

In einer stationären Traumatherapie vom Klinikum Heidelberg lernte ich, meine Vergangenheit ruhen zu lassen und mich auf meine Zukunft zu freuen. Ich wurde an meine Ressourcen erinnert und erhielt Hilfe zur Selbsthilfe. Ich lernte sozusagen, mich selbst zu heilen. Im Anschluss begann ich mich Schritt für Schritt von den traumatischen Erfahrungen zu erholen. Die Welt war nicht mehr schwarz oder weiß, sondern wurde wieder bunt.

Ich wollte zur weiteren Stabilisierung eine Selbsthilfegruppe besuchen und wandte mich 2011 an die Gleichstellungsbeauftragte von Bruchsal. Aus meiner Erfahrung können lediglich Betroffene das Gefühlschaos verstehen. Die Gleichstellungsbeauftragte teilte mir jedoch mit, dass es im Landkreis Karlsruhe solch ein Angebot noch nicht gibt und bot mir Unterstützung an, wenn ich eine Gruppe gründen würde. Das war der Grundstein für "CLARA - gemeinsam klarer sehen". Anfang 2012 wurde die Seite erstmalig veröffentlicht. Die Selbsthilfegruppe traf sich ab Herbst 2012 für 1,5 Jahre monatlich in Bruchsal. Das Selbsthilfebüro in Karlsruhe hat uns dabei sehr hilfreich unterstützt.

Ich informiere seither auf dieser Website über häusliche Gewalt und deren mögliche Folgen. Vor allem informiere ich über Hilfsangebote. Wenn ich persönlich vieles früher gewusst hätte, hätte ich mir wesentlich früher Hilfe geholt, statt jahrelang Gewalt in jeglicher Form auszuhalten. Das möchte ich Anderen ersparen. Deshalb wächst das Online – Projekt immer weiter.

Inzwischen lebe und arbeite ich wieder in meiner Heimat. Es hat sich leider Niemand gefunden, die die Moderation der Gruppe in Bruchsal übernehmen wollte/konnte. Sollte das Jemand erneut machen wollen, würde ich meine Unterstützung anbieten (Infos über Netzwerkarbeit, Fördermittel, Räumlichkeiten etc.). Bis dahin biete ich bei Bedarf einen Chat auf unserer Website an. Bitte lest jedoch VOR der Nutzung unsere Regeln.

Solltet Ihr Fragen oder Anregungen haben, könnt Ihr gern mit mir in Kontakt treten.

 

"Die ganze Vielfältigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit unseres Lebens
setzen sich aus LICHT und SCHATTEN zusammen."
(Tolstoi)