C L A R A - GEMEINSAM KLARER SEHEN

Häusliche Gewalt

Zu Hause sollte der Ort sein, wo Schutz und Geborgenheit geboten werden. Doch viele Erwachsene und Kinder leben weltweit im eigenen Heim am gefährlichsten. Häusliche Gewalt ist eine der häufigsten Ursachen von Verletzungen. Auch in Deutschland ist das Risiko, vom eigenen Partner, einem ehemaligen Partner oder einem Elternteil angegriffen zu werden, wesentlich höher als von einem Fremden tätlich angegriffen zu werden.

"Häusliche Gewalt umfasst alle Formen physischer, sexueller und/oder psychischer Gewalt zwischen erwachsenen Personen in häuslicher Gemeinschaft, ohne Rücksicht auf ein spezielles, sie verbindendes Rechtsverhältnis (z.B. Ehe, Partnerschaft), auf das Geschlecht, die sexuelle Orientierung oder das Alter. Da es sich um Übergriffe handelt, die aus der Beziehung 'häusliche Gemeinschaft' resultieren, ist der Ort des Geschehens unbeachtlich. In den häufigsten Fällen ist jedoch die Wohnung Tatort. Aber auch Bereiche, die außerhalb der Wohnung liegen, z.B. Kindereinrichtungen, Straße, Geschäfte und Arbeitsstellen, können Tatort sein.

Häusliche Gewalt

Beziehungskonflikt oder häusliche Gewalt

Es ist wichtig zwischen Partnerschaftskonflikten und häuslicher Gewalt zu unterscheiden. Wenn häusliche Gewalt fälschlicherweise als private Angelegenheit der Beteiligten verstanden wird, kann dies einschneidende Folgen nach sich ziehen. Häusliche Gewalt ist einerseits von einem deutlichen Machtgefälle und andererseits von einem systematischen Machtmissbrauch geprägt. Ein solcher Machtmissbrauch besteht darin, Täter die Abhängigkeit des Opfers systematisch ausnützen. Der Machtmissbrauch und die Ausübung von Kontrolle über das Opfer kann kurz oder langfristig starken Schaden zufügen.

Diese Unterscheidung ist wichtig, damit bei einer Hilfeleistung nicht auf falsche Grundannahmen aufgebaut wird (zum Beispiel einer gleichberechtigten Beziehung), sondern auf das Grundproblem, das verheerende Machtgefälle, fokussiert wird.

Opfer häuslicher Gewalt empfinden ihre Situation oftmals als ausweglos:

  • Wo sie Geborgenheit erwarten, erleben sie Gewalt, denn der Täter ist oder war ein geliebter Mensch.
  • Bedrohung, Isolation und Kontrolle durch den gewalttätigen Partner verunsichern und erschüttern das Selbstwertgefühl.
  • Häufig sind Kinder betroffen; deshalb geht mit allen Folgeentscheidungen häufig die Sorge einher, den Kindern "einen Elternteil wegzunehmen", falls man sich zur Trennung entschließt.
  • Oftmals bestehen finanzielle Abhängigkeiten zwischen Opfer und Täter, was den Schritt zur Trennung erschwert.

Weitere Informationen:

 

Quellen: http://www.psychologie-psychotherapie.ch/klinische_psychologie/haeusliche_gewalt.php, http://www.frauenberatung-krefeld.de/frauen.php?topic=haeusliche_gewalt&page=3&menu=1, http://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/haeusliche-gewalt.html

"Die ganze Vielfältigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit unseres Lebens
setzen sich aus LICHT und SCHATTEN zusammen."
(Tolstoi)