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Gewalt ist ein willentlicher selbst zu verantwortender Akt!

Gewalt ist eine bewusste vorsätzliche Entscheidung. In dem Moment, in dem der gewalttätige Mensch schlägt, muss er ausholen und dann entscheidet er bewusst, zuzuschlagen. Es kommt nicht einfach über ihn, es passiert nicht einfach so. Eine Hand rutscht nicht von alleine aus! Niemand schlägt ohne Absicht zu. Gewalthandlungen als Kurzschlusshandlungen zu beschreiben ist aus meiner Sicht eine Verharmlosung der Gewalt. Nach der Entscheidung kommt es u.U. zu affekthaftem und unkontrolliertem Verhalten, in dem jegliche Beherrschung ausgeschaltet war. Aber vorher hatte er/sie die Wahl.

Menschen, die ihren Angehörigen prügeln, sind oft auch außerhalb des Hauses gewalttätig. Gewalt hängt häufig mit dem Anforderungen an sich und die Partnerschaft zusammen. Gewaltätige Menschen sind auch nicht unbedingt nur gewalttätig oder gewalttätiger unter Alkoholeinfluss. Dieses Vorurteil hat nicht selten fatale Konsequenzen. Manche Täter betrinken sich, UM enthemmter zuschlagen zu können und gröber zu misshandeln. Sie wissen ggf., dass sie alkoholisiert nicht im selben Maße zur Verantwortung gezogen werden. Sogar vor Gericht dürfen sie auf Strafminderung hoffen. Gewaltätige Frauen brauchen den Alkohol nicht vorzuschieben. Manche wissen genau, der geprügelte Mann wird sich kaum jemandem anvertrauen, aus Scham - und wenn doch, wird ihm in aller Regel sowieso niemand glauben. Sie werden durch das Klischee geschützt: Mann Täter - Frau Opfer.

Häusliche Gewalt ist kein Kavaliersdelikt

Fast alle Erscheinungsformen häuslicher Gewalt stellen Handlungen dar, die nach dem Strafgesetzbuch mit Strafe bedroht sind: Sie reichen von der Beleidigung, Bedrohung und Nötigung, der Freiheitsberaubung und Körperverletzung über verschiedene Sexualdelikte bis hin zur versuchten und vollendeten Tötung. Mit dem am 1. Januar 2002 in Kraft getretenen "Gesetz zur Verbesserung des zivilrechtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung (Gewaltschutzgesetz)" werden die zivilrechtlichen Rechtsschutzmöglichkeiten der Opfer häuslicher Gewalt deutlich gestärkt und die Täter stärker zur Verantwortung gezogen. Die Polizei hat dadurch die Möglichkeit, konsequenter gegen die Täter vorzugehen (Wohnungsverweisung/Platzverweis/Strafanzeige) und den Opfern Hilfestellung bei der Beantragung weitergehenden zivilrechtlichen Schutzes zu geben.

Immer mehr Zeugen melden Fälle häuslicher Gewalt bei der Polizei, aber auch Opfer finden zunehmend den Mut, diese schnelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das Gewaltschutzgesetz ermöglicht dem Familiengericht, dem Täter langfristig ein Betreten der gemeinsamen Wohnung zu verbieten. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um eine Eskalation der Gewalt in der Familie oder Beziehung zu unterbrechen. Außerdem können gegenüber dem gewalttätigen Partner Näherungsverbote und die Untersagung von Telekommunikation (Anrufe, Fax, E-Mail, SMS) sowie anderer Formen der Belästigung ausgesprochen werden. Darüber hinaus kann das Gericht den Täter dazu verpflichten, der gefährdeten Person die gemeinsam genutzte Wohnung zumindest befristet (grundsätzlich für höchstens sechs Monate mit der Möglichkeit der Verlängerung um höchstens sechs weitere Monate) zu überlassen - ganz unabhängig von der Frage, wer Allein- oder Miteigentümer bzw. Mieter der Wohnung ist.

Häusliche Gewalt wird laut Kriminalstatistik angeblich überwiegend von Männern ausgeübt. Es gibt jedoch auch männliche Opfer. Da Männer jedoch selten Anzeigen erstatten, gibt es keine belegbaren Daten. Vermutet wird, dass die Zahl betroffener Männer jedoch nicht wesentlich geringer ist, als betroffener Frauen.

Häusliche Gewalt ist jedoch unabhängig vom Geschlecht kein Kavaliersdelikt. Diese Gewalt kostet unserem Sozialsystem jährlich mehrere Milliarden Euro: Kosten für Polizei, Justiz, ärztliche Behandlungen, Arbeitsausfälle, Reha-Maßnahmen, Frauenhäuser. Jährlich fliehen zigtausend Frauen mit ihren Kindern in Frauenhäuser. Wir tragen alle die Kosten. Wir tragen alle die Verantwortung.

Häusliche Gewalt findet unabhängig von Einkommen, Bildungsstand und sozialer Schicht statt. Gewalt verletzt und zerstört das Selbstwertgefühl, die sozialen Beziehungen sowie die Lebens- und Arbeitsperspektiven der Opfer.

Weitere Informationen:

 

Quellen: http://www.psychologie-psychotherapie.ch/klinische_psychologie/haeusliche_gewalt.php, http://www.frauenberatung-krefeld.de/frauen.php?topic=haeusliche_gewalt&page=3&menu=1, http://www.schotterblume.de/index.php?navid=14&pos=171, http://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/haeusliche-gewalt.html

"Die ganze Vielfältigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit unseres Lebens
setzen sich aus LICHT und SCHATTEN zusammen."
(Tolstoi)