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Stalking

Wenn Männer ihre Ex-Frau mit Telefonanrufen terrorisieren, wenn Frauen ihrem Lieblingssänger um die halbe Welt nachreisen, wenn Bewunderung oder Liebe in Belästigung und Gewalt umschlägt - dann sprechen Fachleute von "Stalking". Das Phänomen ist eigentlich uralt, Psychologen haben bereits vor 100 Jahren den so genannten "Liebeswahn" beschrieben. In Deutschland kommt es jedes Jahr zu geschätzten 500.000 bis 600.000 Stalking-Fällen. Stalking ist keine Ausnahme: 17,3 Prozent der deutschen Frauen und 3,6 Prozent der Männer waren schon einmal davon betroffen. Das ergab eine Umfrage des Zentralinstitutes für seelische Gesundheit in Mannheim.

Vor rund 20 Jahren etablierte sich der Begriff in den USA, als das exzessive Verfolgen von Prominenten zunehmend bekannt wurde. Als Ende der 1980er Jahre die Schauspielerin Rebecca Schaeffer und zwei weitere nicht-prominente Frauen von "ihrem" Stalker ermordet wurden, wandelte sich das Bild von Stalking: Es wurde nicht mehr als kurioses Phänomen betrachtet, sondern als potenziell hochgefährliche Verhaltensweise.

Der Begriff "Stalking" ist vom englischen Verb "to stalk" abgeleitet, das "anpirschen/ sich anschleichen" bedeutet und ursprünglich nur in der Jägersprache verwendet wurde. Mittlerweile versteht man darunter auch in Deutschland das beabsichtigte Verfolgen, Belästigen und Terrorisieren eines Mitmenschen. Verbunden ist dies mit Telefonterror oder sog. Cyberstalking, Androhung von Gewalt, ständigem Auflauern, Geschenken (als sog. "Liebesbeweise) und öffentlichen Szenen, eben das Ausüben von Psychoterror durch jedwede Verfolgung des Opfers mit psychoterroristischen Verhaltensweisen.

Stalking

2007 wurde der spezielle Tatbestand "Nachstellung" unter § 238 ins Strafgesetzbuch eingefügt und in den § 112a Strafprozessordnung aufgenommen, wo unter bestimmten Voraussetzungen und Gefährdungen ein Haftgrund zu Anordnung der Untersuchungshaft, man spricht auch von Deeskalationshaft, vorliegen kann.

Hinter einem Stalker kann sich sowohl der Ex-Partner, ein Freund oder Kollege als auch der Nachbar oder ein völlig Unbekannter verbergen; eine Frau ebenso wie ein Mann. Oftmals hat das Opfer den Stalker zuvor verlassen oder abgewiesen. Der will nun Aufmerksamkeit erregen, sein Opfer hartnäckig zu einer (neuen) Beziehung drängen. Lehnt dieses das ab, kann das Verhalten des Stalkers in Hass und Psychoterror umschlagen. Das Ziel des Stalkers: Macht und Kontrolle über sein Opfer zu erlangen. Manche wollen sich rächen, andere handeln aus Liebeswahn. Bei Stalking besteht dabei immer auch die Gefahr körperlicher und sexueller Angriffe.

Nach einer Studie des Zentralinstituts für seelische Gesundheit in Mannheim werden fast zwölf Prozent aller Menschen in Deutschland im Laufe ihres Lebens mindestens einmal gestalkt. Mit einem Anteil von über 80 Prozent sind dabei Frauen als Opfer überrepräsentiert, während die Täter überwiegend männlich sind. Viele Opfer berichten, dass sie in starkem Ausmaß verfolgt und in ihrem Leben massiv beeinträchtigt wurden. Die physischen und psychischen Auswirkungen sind für Opfer häufig erheblich und führen nicht selten zu schweren Traumata, denn die oftmals gnadenlose Hetze kann Monate, Jahre, manchmal ein Leben lang dauern. Stalking ist Psychoterror. Die Opfer leiden häufig unter Schlaflosigkeit, Depressionen und Stress, weil die eigene Sicherheit bedroht und sie in ihrer Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt werden.

Weitere Informationen:

  • Tätertypen
  • Ratschläge der Polizei
  •  

    Quellen: http://www.no-stalking.de/stalking/definition.php

    "Die ganze Vielfältigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit unseres Lebens
    setzen sich aus LICHT und SCHATTEN zusammen."
    (Tolstoi)