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Ist Gegenwehr sinnvoll?

Eine Studie des kriminologischen Instituts in Hannover zeigt eindeutig, dass Gegenwehr z. B. bei dem Versuch einer Vergewaltigung sinnvoll ist. Bei massiver Gegenwehr hat der Täter bei 85 Prozent der Angriffe die Tat abgebrochen.

Doch wie soll ein Opfer diese Gegenwehr leisten?

Die meisten Betroffenen sind den zumeist männlichen Angreifern körperlich unterlegen. Selbstverteidigungslehrgänge versprechen hier schnelle Abhilfe, doch kann man in einem abendlichem Kurs wirklich etwas erlernen? Solche Kurse auf jeden Fall ein Grundverständnis für Selbstverteidigungs-Situationen vermitteln.

Eine andere Möglichkeit ist es einen Kampfsport zu betreiben und so das Angenehme mit den Nützlichen zu verbinden. Zum Einen sportliche Bewegung, die einen Ausgleich zu den heute meist sitzenden Tätigkeiten bietet, zum Anderen permanentes Selbstverteidigungs-Training. Wenn Selbstverteidigungstechniken automatisiert ausgeführt werden, besteht eine höhere Chance sie auch in echten Selbstverteidigungssituationen anwenden zu können.

Der psychologische Aspekt: selbstbewußtes Auftreten

Ein qualitativ guter Lehrgang vermittelt eine geringe Anzahl von Basistechniken und bietet zugleich psychologische Betreuung: selbstbewusste Körpersprache, entschiedenes Auftreten und verbale Selbstbehauptung können eingeübt werden, um potentiellen Angreifern von vornherein zu signalisieren, dass sie hier kein geeignetes Opfer vor sich haben. Zu offensives oder draufgängerisches Verhalten ist allerdings fehl am Platz: So lange frau vor einem Angreifer weglaufen kann, sollte sie es auch tun. Wenn jedoch keine andere Möglichkeit bleibt, muss die körperliche Gegenwehr mit vollem Einsatz von Kraft und Willen geschehen. Keinesfalls darf die Frau sich in die Rolle des ohnmächtigen Opfers drängen lassen. Irrig ist der Gedanke, sich durch Passivität retten oder die Situation entschärfen zu können.

Seriöse Angebote
  • werben nicht mit der Angst
  • geben keine Erfolgsgarantien
  • vermitteln nicht den Eindruck, es könne einem ab sofort nichts mehr passieren
  • vermitteln nicht den Eindruck, man könne Selbstverteidigungstechniken in wenigen Stunden erlernen
  • beschränken die Gruppengröße
  • gehen gezielt auf örtliche Gegebenheiten ein
  • haben eine Preisgestaltung, die allen Interessierten die Teilnahme ermöglicht.

Wehr Dich, aber richtig!

Hemmschwellen überwinden: Angst in Kraft umsetzen

Auf einen körperlichen Angriff folgt allerdings oft die berühmte "Schrecksekunde". Der damit verbundene Adrenalinausstoß kann ungeahnte Energien freisetzten, aber auch lähmende Angst auslösen. Diese Lähmung gilt es zu überwinden, die Angst in Kraft umsetzten, um sofort zur Abwehr übergehen zu können. Viele Frauen müssen dafür zunächst eine Hemmschwelle überwinden - und das kann langsam und schrittweise in regelmäßig wiederholten Trainingseinheiten geschehen. Abwehrtechniken müssen solange geübt werden, bis sie ohne gedankliche Vorbereitung funktionieren. Auch das Erlernen des vollen Krafteinsatzes und der richtigen Koordination der Muskeln ist wichtig. All das erfordert seine Zeit. Und schließlich gehört auch eine gute Kondition - nicht nur vorteilhaft für die Selbstverteidigung - zu den Zielen des Trainings.

Feministische Selbstbehauptung und Selbstverteidigung - System nach Sunny Graff
"Gewalt ist das, was Frauen und Mädchen als Gewalt empfinden."

Mädchen und Frauen spüren und wissen, wenn ihre Grenzen von anderen Menschen nicht geachtet werden. Ein Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurs soll sie durch die Stärkung ihrer Wahrnehmung und ihrer Intuition ermuntern, dem etwas entgegenzusetzen. In Rollenspielen und anderen Übungen können ihre eigenen Grenzen und ihr Recht auf Abgrenzung, ihr Recht auf eigene Gefühle, ihr Recht, "Nein" zu sagen, zum Thema gemacht werden. Mädchen und Frauen sollen kreative, den vorhandenen Fähigkeiten entsprechende Möglichkeiten der Gegenwehr und ihre Handlungsspielräume Kennenlernen.

Sie sollen lernen, dass sie sich in belästigenden oder gewalttätigen Situationen wehren und dabei erfolgreich sein können. Die Teilnahme an einem Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurs soll dazu beitragen, dass bedrohliche Situationen schneller erkannt und besser eingeschätzt werden, auch wenn sie das Auftreten von Gefahrensituationen nicht verhindert.

Eine bedeutungsvolle Funktion im Kurs hat neben verbalen Selbstverteidigungsstrategien auch der Einsatz des Körpers. Es sind einfache und wirkungsvolle Körpertechniken, die erlernt werden, sich selbstbewusster durchzusetzen und eigene Grenzen ziehen zu können. Durch die Mischung von verbalen, nonverbalen und körperlichen Handlungsmöglichkeiten erfahren Mädchen und Frauen, dass sie sehr wohl in der Lage sind, etwas für ihren Schutz und ihre Sicherheit zu tun.

Quelle: http://www.jede-kann-sich-wehren.de/, http://www.ksc-datteln.de/sportfsv.htm, http://www.polizei-karlsruhe.de/PPKarlsruhe/Praevention/Kriminalpraevention/Seiten/WehrDICH,aberrichtig.aspx

"Die ganze Vielfältigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit unseres Lebens
setzen sich aus LICHT und SCHATTEN zusammen."
(Tolstoi)